Solarindustire spürt ebenfalls die Finanzkrise

Das Handelsblatt berichtet heute darüber, dass die Firma CSG Solar AG aus Thalheim die Produktion von Solarmodulen einstellt. Rund 124 der 164 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Die Regierung des Bundeslandes will dafür sorgen, dass das Photovoltaik-KnowHow in der Region bleibt. Somit sollen die Mitarbeiter vermutlich an andere Firmen vermittelt werden.

In einem weiteren Artikel berichtet dass Handelsblatt über die Forderung der Solarindustrie nach staatlichen Beihilfen. Rund 20% des Marktes sollen Großprojekte in einem Volumen von jeweils 20 bis 30 Mio. Euro ausmachen. Die Finanzierung seitens der Banken scheint für diese Projekte in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach. Daher wollen die Firmen, dass der Staat vermutlich mit Bürgschaften für die Finanzierung der Photovoltais-Großprojekte einspringt.

Wird die Solarindustrie nicht seit Jahren vom Staat über die für 20 Jahre zugesicherte Höhe der Einspeisevergütung unterstützt? Das Stichwort lautet wohl EEG (Erneuerbare Energien Gesetz?)

Die über die in diesem Gesetz zugesicherte Einspeisevergütung für die geerntete Sonnenenergie beläuft sich derzeit abgezinst auf das Jahr 2008 auf ca. 20 Mird. Euro. Sofern das Wachtum der Solar-Industrie im nächsten Jahr mit gleichen Wachstumsraten fortgesetzt wird, könnten die Solar-Schulden schnell auf 50 Mrd. Euro ansteigen.

Im Zuge des internationalen Wettbewerbs profitiert von der deutschen bzw. von der europäischen Förderung nicht nur die deutschen Photovoltaik-Unternehmen. Zu den führdende Herrstellern für Solarmodule gehören inzwischen Firmen aus Japan und aus China.

Meines Erachtens sollte sich jeder, der sich wegen eines Solarprojekts finanziell überproportional verschulden möchte, sich das ganze gut überlegen. Meines Erachtens erlebt dieser Markt derzeit eine Übertreibung, die mit der Immobilienblase in Ostdeutschland in den 90er Jahren vergleichbar ist.

Sofern der Staat auf einmal auf die Idee kommt, dass die Förderung in der Vergangeheit zu hoch gewesen sei und man diese nachträglich korrigieren sollte, sehen die Leute, die ihre Solar-Projekte mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanziert haben, relativ alt aus. Eventuell muss dann Eigenkapital aus der eigenen Tasche nachgeschossen werden.

Hierbei sollte man ebenfalls bedenken, dass Strom in Deutschlannd an der Strombörse für ca. 5 Cent gehandelt wird. Der Endverbraucher zahlt für die gesamte Dienstleistung ca. 20 Cent je Kilowattstunde. Den Solaranlage wird der Strom für über 40 Cent je Kilowattstunde abgekauft. Also für das Doppelte des Endkundenpreises bzw. für das 8fache des Börseneinkaufspreises.

Zum anderem werden derzeit hohe Kapazitäten für die Siliziumproduktion und für die Produktion von Solaranlagen aufgebaut. Da sich nicht jeder auf dem Dach eine Solaranlage leisten kann, wird es irgendwann zu einer relativen Marktsättigung kommen. Entweder schreiben die Firmen die Anlagen ab und produzieren weniger oder sie bieten ihre Produkte zu einem niedrigeren Preis an. Die beiden Möglichkeiten gibt es. Damit wird der Wert der bereits gekauften Solaranlagen allerdings ebenfalls fallen. Die Banken schreien dann im gleichen Atemzug nach mehr Sicherheiten…

Zum anderem sollte man bedenken, dass die Gewährleistung ebenfalls wegfällt, wenn der Herrsteller verschwindet. Damit trägt dann der Anlagenbetreiber das volle Risiko …

Was denkt ihr über dieses Thema?

Ein Gedanke zu “Solarindustire spürt ebenfalls die Finanzkrise

  1. Ich musste mich beim Lesen des Artikels gerade echt zurück halten… Der erste Punkt, der mir aufstößt – es geht hier um 124 Mitarbeiter, die entlassen werden sollen. Die sollen an andere Firmen vermittelt werden, veranlasst von der Regierung. Werden anderswo Leute entlassen, kräht kein Hahn danach, da wird sich auch nicht eingesetzt, dass die an andere Firmen vermittelt werden. Sind wir Mutter Theresa, dass wir Firmen, die einfach einen Trend setzen wollen, der sich auf Dauer kaum halten können wird, unterstützen müssen?

    Der zweite für mich unverständliche Punkt – die Solarunternehmen schreien nach noch mehr staatlicher Förderung? Es gibt die Einspeisevergütung zum Einen, die günstigen Darlehen von der KfW und der Umweltbank zum Anderen. Und jetzt wollen sie noch mehr Unterstützung? Kann doch irgendwie nicht sein, jedes kleine Unternehmen geht Vater Staat doch auch am A… vorbei. Da wird nichts getan, um dessen Absatz zu erhöhen.

    Und zum Punkt, die Solarmodule müssten billiger angeboten werden, seit einigen Jahren kann man den Preisverfall bereits beobachten. Und gerade die Leute, die dann noch mehr sparen wollen, setzen auf die günstigste Lösung, die aber kaum Erträge bietet und demzufolge nicht rentabel ist.

    Also der Markt ist m. E. schon jetzt teilweise übersättigt und die Förderungen hier und da und dort bringen ihn auch nicht wieder vorwärts. Ich kann etwas nur dann kaufen, wenn ich es mir leisten kann, da aber ständig mit Förderungen zu arbeiten, no Way!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *