Welche Bank ist noch sicher?

Wenn man sich die Chronologie des letzten Jahres anschaut, muss man sich fragen, ob das was man gespart hat, auf dem Sparkonto bei Bank X noch sicher sei. Sollte man das Geld nicht lieber in etwas investieren, was man schon immer haben wollte? Zugegeben, ein bissel Geld sollte man immer in der Hinterhand haben. Insbesondere, wenn man bestimte laufende Verpflichtungen hat, die man nicht ohne Weiteres von heute auf morgen reduzieren kann.

Meines Erachtens sollte man für Fixkosten von 3 bis 6 Monaten Geld vorhalten. Zudem sollte man je nach Lebensstand eine Reserve von X für unerwartete Ausgaben vorhalten.

Belaufen sich die laufenden Kosten auf z.B. 800 Euro pro Monat, dann sollte man meiner Meinung nach mindestens 5.000 Euro vorhalten um nicht von einem ausbleibendem Gehalt oder sonstigen Ereignissen überrascht zu werden.

Wohin nun mit dem Geld? Welche Bank ist sicher?

Die Hypo Real Estate wird sicherlich mit Mittelabflüssen zu kämpfen haben. Da die Bank eher ein Immobilienfinanzierer war, der sich über selbst aufgelegte Anleihen refinanziert hat, werden die wenigsten Ersparnisse dort liegen.

Die Commerzbank/Dresdner Bank gehören inzwischen zu 1/4 dem Staat.

Die Postbank hat bisher mittelbar über die Deutsche Post ebenfalls dem Staat gehört. Bei einem Eigentümerwechsel richtung Deutsche Bank wird dem Bund indirekt über die Post ein Teil an der Deutschen Bank gehören.

Die Volksbanken gehören vielen privaten Genossen und sind fest mit ihrem Spitzeninstitut, der DZ Bank verbunden. Leidet eine Bank im Verbund, so springen die anderen Volksbanken bei.

Bei Sparkassen und Landesbanken ist das System ähnlich. Die Banken springen unter einander ein und die Städte und Bundesländer als Eigentümer tragen das Risiko natürlich mit.

Ist das Geld nun bei den Instituten sicher?

Wenn es einen Bankrun geben sollte, springt auf jedem Fall kein Aktionär ein und teilt das Geld an die Kontoinhaber einfach so aus.

Auch Genossen werden in einer solchen Situation Geld an die Kontoinhaber auszahlen.

Bei Sparkassen, die ja als besonders sicher gelten, wird im Falle des Bankruns die Kommune auch nicht wirklich aushelfen. Sind nicht die meisten Kommunen selbst klamm bei Kasse?

Nach einer derartigen Überlegung würde man nun zu dem Schluss kommen, dass nur Bares was wert sein könnte, natürlich nur so lange, bis die Bundesbank die „Notenpresse“ anschmeißt und durch die erhöhung der Geldmenge für eine ordentliche Inflation sorgt.

Einige Wohlbetuchte sind daher im letzten Jahr auf die Idee gekommen, Gold als Geldsurrogat zu bunkern. Ob die Spekulation allerdings aufgeht, bleibt atürlich ebenfalls fraglich.

Fakt ist allerdings, dass das, was man nicht hat, man auch nicht verlieren kann. Die Leute, die eine Immobilie haben, sind natürlich mit der Geldanlage nicht so liquide, allerdings sind sie für die mögliche Inflation & Co. gut gerüstet… Dies ist meines erachtens die sicherste Bank für höhere Geldbeträge. Daher würde ich auch den Leuten, die Geld auf der Bank haben und gleichzeitig eine Hausfinanzierung abzahlen ruhig Sondertilgungen empfehlen. Hierbei kann man nicht sehr viel falsch machen …

Was denkt ihr?

2 Gedanken zu “Welche Bank ist noch sicher?

  1. Ich weiß jetzt nicht mehr genau welche Bank das gestern in den Nachrichten war, aber ich weiß, dass diese Bank versuchen möchte die 3,6 Milliarden Verlust vom Vorjahr ohne den Staat wieder auszubügeln. Ich finde das einen sehr guten Ansatz, ob es allerdings klug ist wird das Jahr 2009 erst zeigen. Ich denke, dass es sicherlich nicht einfach ist und Kunden werden womöglich auch sehr skeptisch sein. Die Frage ist allerdings welche Bank können wir jetzt noch nehmen? Ich bin ja für die Volksbank. Da glaube ich, ist mein Geld noch gut aufgehoben.

  2. Ich tippe darauf, dass du die Deutsche Bank meinst.
    Die hat diese Woche Ihr Zahlenwerk zum 31.12.2008 präsentiert. Dabei hat Herr Ackermann erzählt, dass er ohne Staatshilfe die Krise überstehen will.

    Auf der anderen Seite hat sich die deutsche Bank mit der Deutschen Post auf die Zahlung des Kaufpreises für die Postbank in Aktien geeinigt. Zudem wurde der Kaufpreis zu Gunstend er Deutschen Bank gesenkt.

    Die Post ist damit einer der größten Aktionäre der Bank. Somit ist der Staat indirekt an der Bank beteiligt.

    Im Übrigen hat die Deutsche Bank Level-3-Papiere im Wert von 89 Milliarden Euro in ihren Büchern.

    Diese Wertpapier-Konstrukte wurden in letzter Zeit aus welchen Gründen auch immer an der Börse nicht gehandelt und der Wert wurde somit nur anhand von modellen und Annahmen festgestellt. Die Werthaltigkeit solcher Papiere erscheint fraglich.

    Der Wert der Papiere übersteigt das Eigenkapital der Bank um ca. das 3-Fache. Wenn nun alle diese Wertpapiere um 30% abgewertetet werden würden, hätte die Deutsche Bank kein Eigenkapital und könnte für die Kreditvergabe kein Eigenkapital unterlegen. Das klassische Geschäft der Bank wär damit tot.

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