Kinofilm: Der Vorleser

Diese Woche wird der Kinofilm mit dem Titel „Der Vorleser“ im Kino gezeigt. Der Start wird von intensiver Fernsehwerbung begleitet. Das Buch von Bernhard Schlink habe ich bereits in der Schule gelesen. Es geht um einen Jungen, dem ein Schaffnerin hilft. Als gegenleistung möchte sie, dass ihr der Junge vorliest. Mit der Zeit entwickelt sich daraus eine erotische Beziehung. Dann verschwindet die Frau aus dem Leben des Jungen. Nach Jahren findet der Mann heraus, dass sich die Frau vor dem Gericht für Vergehen während der NS-Zeit verantworten muss. Nachdem die Frau eine lebenslange Haftstrafe verbüssen muss, fängt der Mann ihr auf Kasseten vorzulesen und diese zuzuschicken. Mit der Zeit lernt die Frau Lesen und Schreiben. Kurz vor der Entlassung wird der Mann als einziger Kontakt in die Außenwelt um Hilfe gebeten. Er soll Hanna beim Zurechtfinden in der Freiheit helfen. Doch einen Tag vor der Freilassung begeht Hanna Selbstmord. Ihr letzter Wille ist die Übergabe Ihrer Notizen an die Nachkommen der Leute, an deren Tod sie während der Flucht im zweiten Weltkrieg mitverantwortlich war …

Ich bin einfach gespannt, wie die Buchhandlung im Kinofilm umgesetzt wurde …

3 Gedanken zu “Kinofilm: Der Vorleser

  1. Klasse Film….einfach nur wow…ich habe das buch auch gelesen, und schon das buch war sehr gut und ich finde der film hat sich auch ziemlich gut an alles gehalten.
    Nur leider ließ man die schlüsselszene raus.

    Doch trotzalldem bin ich nicht enttäuscht.
    Ich werde mir auf alle fälle die dvd kaufen. :)

  2. Ich habe den Film inzwischen ebenfalls gesehen. Der ist echt gut gemacht worden.

    Soweit ich mich erinnern kann, sind die Szenen aus dem Buch befolgt worden, bis auf die letzte Handlung.

    Im Buch hat „Michael“ den Brief an die letzte Überlebende des Holocaust, für die die „Hanna Schmitz“ verantwortlich war, nicht überbracht. Er wollte ihr damit die Chance der Absolution nicht erteilen.

    Im Film ist der Michael nach New York und hat dem jüdischen Opfer des Holocaust die Kaffee-Dose mit dem Geld überbracht. Die Überlebende hat die Dose angenommen, allerdings nicht den Inhalt, da dies einen Preis für die Vergebung bedeuten könnte. Was sollte sie auch mit dem Geld machen? Sie gab es dem Michael mit den worten zurück, dass er damit machen solle, was er für richtig hält. Er schlug ihr darauf vor, dass das Geld für einen Verein gegen Analphabetismus im Namen der Hanna Schmitz spenden könnte, fragte allerdings auch, ob es hierfür einen jüdischen Verein gibt? Die Frau antwortete, dass sie damit einverstanden sei und dies eine gute Idee sei. Jüdische vereine gäbe es auch zu jedem problem, allerdings der Analphabetismus sei nicht primär ein jüdisches Problem.

    Nachdem Michael Ihre Wohnung verlassen at, stellte sie die Dose zu Ihren Familienerinnerungen. Vielleicht war es die Dose, die ihr im Lager entwendet wurde ….

    Was aus dem Film vielelicht nicht so hervorging, ist die Tatsache, dass Hanna das Buch der überlebenden erst nachdem sie Lesen und Schreiben während ihrer lebenslänglichen Strafe gelernt hat, lesen konnte und gelesen hat. Erst danach hat ihre Ordentlichkeit abgebaut. Erst dann hat sie wirklich verstanden, was sie dem Menschen in dem Außenlager von Ausschwitz angetan hat, indem sie diese aussortierte und in das Lager zurück schickte.

    Hanna wird in dem Buch nicht nur als Täter sonder auch als Opfer dargestellt. Opfer dessen, dass Sie Ihren analphabetismus immer kaschiert hat. Sogar im Gericht, als sie eine Schreibprobe abgeben sollte, hat sie die Schuld für den Bericht auf sich genommen. Damit hatten die anderen für den Tod der Menschen verantwortlichen Frauen nur 4 Jahre Gefängnis erhalten, während sie lebenslänglich erhielt.

    Dabei war sie die einzige, die vor dem Gericht ehrlich gewesen ist.

    Als sie den Richter fragte, was er den gemacht hätte, wenn er die Aufgabe zur Überführung der gefangenen von X nach Y hätte, schwieg dieser, warum?

    Dies beantwortete in gewisser Hinsicht der Professor im Kurs von Michael. Im Grunde genommen darf man nach dem zum Zeitpunkt X geltendem Recht nichts illegales machen. Solange man sich an die Gesetze hält, sei alles in Butter.

    Ansonsten müssten sich fast alle Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg die Pistole an die Schläfe halten und abdrücken.

    Letzendlich wird hierbei deutlich, dass auch die Richter, die Hanna verurteilt haben, während des Nazi-Regimes gelebt haben. Sie haben sich mit dem System arrangiert oder taten zumindest nichts, was den Zorn des damaligen Systems auf sie brachte. Auf der anderen Seite haben sie nun recht über eine ungebildete Person gesprochen, deren einziger Lebensanker die Ordentlichkeit war, die sie von Haus auf gelehrt wurde.

    Diese Ordentlichkeit hätte ihr mehrmals eine Beförderung gebracht, die sie aufgrund ihres analphabetismus nicht annehmen konnte. Sie flüchtete aus Michaels Stadt wegen der Beförderung, die Sie aufgrund von analphabetismus nicht annehmen konnte. Sie kam in das Lager, weil sie bei Siemens ebenfalls hätte eine Beförderung annehmen müssen.

    Sie war im Gefängnis solange grund ordentlich, bis sie alleine das Buch des Holocaust Opfers lesen konnte.

    Sie hat nach Verarbeitung ihrer Taten dafür als eine gebildete Frau mit ihrem Leben bezahlt.

    Sie tat das, was der Professor von Michael im Grunde von jedem befürworter des SS-Regimes als chlussfolgerung verlangt hätte…

    .. wie bereits geschrieben, dieser Film ist echt sehenswert und das Buch natürlich lesenswert …

  3. wir waren gestern alle zusammen mit der klasse in dem film..der war echt gut aber leider habenwir das buch noch nicht gelesen..

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