Trotz Sanktionen: Wie deutsche Dual-Use-Technik nach Russland gelangt

Deutschland betont seine klare Unterstützung für die Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffensystemen wie Drohnen eingesetzt wird. Doch wie wirksam sind diese Maßnahmen tatsächlich?

In Kyjiw zeigen Experten des ukrainischen Militärgeheimdienstes dem Filmemacher Michael Höft überraschende Entdeckungen: In abgeschossenen Drohnen fanden sie zahlreiche Komponenten deutscher Hersteller – sogenannte Dual-Use-Güter. Um nachzuvollziehen, wie diese Teile trotz Sanktionen nach Russland gelangen, verfolgt ein Team des NDR die Spur geleakter russischer Zolldokumente.

Dabei wird unter anderem ein Paketweg rekonstruiert, bei dem Dual-Use-Güter zunächst von Deutschland nach Kasachstan und anschließend weiter nach Russland verschickt werden. Die Recherche führt außerdem zu Firmen in Kasachstan und Kirgistan, die laut den geleakten Zolllisten Waren nach Russland exportiert haben sollen. Vor Ort weisen die Verantwortlichen jedoch jede Beteiligung zurück.

Die Umgehung der Sanktionen hat allerdings ihren Preis: Laut Film verteuern sich die importierten Güter für russische Kunden massiv – teilweise auf das Sechsfache des ursprünglichen Preises. Gleichzeitig bleibt auffällig, dass Russland die ausländischen Dual-Use-Komponenten in den vergleichsweise günstigen Drohnen offenbar nicht vollständig durch eigene Produktion ersetzen kann.

Der für die EU-Sanktionen zuständige Kommissar bewertet die Maßnahmen dennoch als Erfolg. Zwar könne die Europäische Union nicht vollständig verhindern, dass bestimmte Komponenten nach Russland gelangen, die Sanktionen erschwerten den Zugang jedoch erheblich, verteuerten die Beschaffung massiv und schwächten dadurch die russische Wirtschaft.

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