Babys zu verkaufen!

Die 30minutige Reportage habe ich am letzte Donnerstag auf WDR gesehen. Diese wird am 28. September 2009 im WDR um 14.30 Uhr wiederholt.

Es geht um Wünsche wohlhabender Europäer und um die Flucht aus der Armut in Ländern der zweiten und dritten Welt. Hierbei werden Babys zu der heiß begehrten Ware.

In der Reportagereihe Weltweit wird über die Schicksale einzelner Mütter und ihrer Babys erzählt.

Es wird über eine Hafenstadt namens Volos in Griechenland berichtet, in der jedes Dritte Baby adoptiert ist. Für griechische Paare soll es ganz unvorstellbar sein, kein Kind zu haben. Für die Frau bedeutet dies eine Schmach. Die Adoption griechischer Babys scheint relativ aufwendig und komplieziert zu sein, weshalb die Paare in Volos eintreffen. Dem Gesetz nach ist in Griechenland die Adoption ausländischer Babys viel einfacher. Ein oder zwei Dokumente, die von Rechtsanwälten der Baby-Mafia vorbereitet werden und schon hat das Paar ein Baby, was zur Familie gehört. Nicht vergessen darf man, dass dabei auch Geld fließt. Gemäß der Reportage ca. 15.000 Euro.

Wo kommen die Babys her? Aus Bulgarien und werden direkt vor dem Verkauf in einem griechischen Krankenhaus in Volvos entbunden. Hellhäutige Babys bringen mehr Geld als dunkelhäutige…. Manchmal wird unterschrieben, dass der Grieche der leibliche Vater des Babys ist und die Mutter das Sorgerecht für das Baby an ihn abtritt, manchmal wird tatsächlich das Baby adoptiert.

Bei der Mutter landen hiervon vielleicht 1.000 Euro in der Tasche. Sind allerdings die Mütter tatsächlich so herzlos und veräußern ihre Kinder aus Geldgier?

Die Reporter waren auch in Bulgarien in einer Sinti & Roma Siedlung. Dort haben sie eine Frau Interviewt, die ein Kind tatsächlich veräußert hat. Sie hatte ein lebenswichtige Operation für sich finanzieren müssen und hat dafür einen Kredit mit einer Verzinsung von 100% bei Geldleihern aufgenommen. Diese haben sie dann zum Verkauf des Babys gedrängt. Man muss allerdings auch zugeben, dass die Frau einige Kindern hatte und jedes weitere gezeugte Kind würde bei ihr in Armut aufwachsen. Somit könnte man sich auch fragen, ob die Frauen dort schon mal was von Verhütung gehört haben.

Nichtsdestotrotz ist es ein leibliches Kind. Irgendwann wird es auch die grichieschen Eltern nach der Abstammung fragen. Was werden diese dann sagen? Wir haben dich im Katalog gesehen und weil du so ein süßes Baby warst, haben wir dich einfach bestellt. Vergleichbar wäre dies mit dem Aussuchen eines Welpen im Tierheim ….

In Rußland bietet eine Agentur für westliche Paare Leihmütter an. Die russische Frau wird im Katalog ausgesucht und trägt das Baby für die westlichen Eltern aus. Wer bzw. wie es gezeugt wird, habe ich nicht gesehen, weil ich zu dem Zeitpunkt gerade eingeschaltet habe. Die Frau trägt das Risiko. Wenn das Baby krank bzw. behindert zur Welt kommt, muss sie sich darum kümmern und die ärztliche Betreuung seitens der Agentur bezahlen. Nach der Geburt sollte eigentlich das Kind dann sofort von den Erwerbern abgeholt werden. Im gezeigten Fall hat der Vater/Käufer das Kind erst nach 5 Wochen abgeholt. In der Zeit hat sich die leibliche Mutter um das Baby gekümmert. Die süße Maus ist ihr ans Herz gewachsen. Nach der Trennung sagte sie, dass sie sowas nie wieder machen wird.

In Indien wird alleinerziehenden Müttern mit Kredit von den Verleihern der Vorschlag gemacht ihr Kind in ein christliches Heim unterzubringen. Dort wird das Kind versorgt und die spätere Ausbildung finanziert. Die alleinerziehende Mutter soll dann mehr Zeit zum Arbeiten haben, damit sie den Kredit schneller zurückzahlen kann. In Wirklichkeit werden dann die Kinder an eine Adoptionsagentur verkauft.

In Guatamale werden die Babys und kleine Kinder einfach geraubt. Ins Land strümen tausende Amerikaner, die diese Babys mit gefälschten Papieren für ca. 50.000 US-Dollar adoptieren. Um der Ausuferung zu Dämen hat die Regierung ein Gesetz erlassen, in dem die Kinder, die zur Adoption freigegeben werden, an einem bestimmten Ort in der Hauptstadt gesichtet werden. So gehen Mütter, deren Babys geraubt wurden, täglich nach dahin und finden manchmal tatsächlich ihre Kinder wieder und entreißen diese den Schleppern.

Die genauen Daten zur Sendung gibt es hier bei WDR. Man kann sich manchmal gar nicht vorstellen, was in der Welt aber auch in der unmittelbaren Nähe in Europa alles im 21. Jahrhundert vor sich geht. Als ich diesen Beitrag gesehen habe, war ich einfach sprachlos. Mir ist nichts mehr eingefallen ….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *