Freenet Chef geht zum 23. Januar 2009

Die Zeitungen schreiben, dass dies auf eigenem Wunsch von Herrn Spoerr geschieht. Desweiteren wird berichtet, dass der Intergrationsplan des Herrn Spoerr weiterhin fortgesetzt wird.

Mal schauen, was da noch passiert. Herr Spoerr wird von den Zeitungen allerdings als ein erfolgreicher Manager gefeiert. Er habe ein Unternehmen geformt, was mit einem Umstz von 3 Millionen Euro in den 90er Jaren angefangen hat und jetzt Milliardenumsätze pro Jahr generiert. Als Servieceprovider betreut Freenet mehr Kunden als 02 oder Eplus.

Auf der anderen Seite steht Herr Schmid, der Gründer von Mobilcom, vor Gericht. Dem Gründer des früheren Mutterunternehmens droht sogar eine Haftstrafe. Alles ging damals mit dem Kauf der UMTS-Lizenzen unter. Der Partner France Telekom sprang ab und Mobilcom war damit nah an der Pleite. Mobilcom wurde von der Tochter Freenet übenommen.

Jetzt befindet sich Freenet hauptsächlich im Besitz von Private Equity und von dem Konsortium um 1&1/Drillisch.

Der Private Equity Fonds Permira kann sich freuen. Der Fonds hat seine Debitel-Beteiligung gegen Cash und Aktien in Freenet eingebracht. Die Investition in Debitel hat sich wohl gerechnet. Als Sahnehäuptchen gibt es jetzt etwa 25% von Freenet, für die Permira inzwischen wahrscheinlich kaum tatsächliche Anschaffungskosten hatte.

United Internet (1&1) und Drillisch würden am liebsten Freenet zerschlagen und sich die jeweiligen Teile des Unternehmens günstig einverleiben. Drillisch den Mobilfunker und 1&1 die DSL-Kunden. Dummerweise lasten auf Freenet inzwischen ziemlich hohe Schulden. Hinzu kommt, dass die beiden verbündeten inzwischen nur 25% der Akten besitzen. Nicht nur sie haben also im Aufsichtsrat etwas zu sagen.

Die anderen Aktionäre wollen auch eine ordentliche Rendite.

Die Banken werden den Daumen auf dem ganzen halten, denn sie wollen gut besicherte Kredite.

Die Mitarbeiter werden wohl auf der Stecke bleiben.

Drillisch und 1&1 müssten bei der Übernahme die Kredite auch mitnehmen und Permira und die sonstigen Aktionäre auszahlen. Das ist wohl zu teuer. Die beiden Unternehmen können bzw. wollen dies nicht stemmen.

Die Übernahmefantasie um Freenet ist also weg.

Für Teile des Unternehmens zwecks Kreditablösung kann wohl kein guter Preis erzielt werden, daher werden die Banken wohl keinem Verkauf zustimmen.

Die nächste Kreditverlängerungsverhandlung kommt sicherlich. Hinzu kommt der Stress mit den kritischen Aktionären, die immer was zu meckern haben.

In der Öffentlichkeit ungeliebte Entscheidungen, wie „Mitarbeiterentlassungen“, werden vermutlich im nächsten Jahr weiter folgen.

Da ist es meiner Meinung kaum verwunderlich, dass sich ein Manager mit gutem Ruf zu einem noch günstigem Zeitpunkt aus der Führung eines Unternehmens verabschiedet.

Dies sind allerdings nur meine Vermutungen und Gedanken als Nicht-Aktionär von Freenet.

Meine Gefühlsregel lautet: Wenn ein Private Equity Fonds an einem Unternehmen beteiligt ist, sollte man sich zwei mal überlegen, ob man die Aktien des Unternehmens kauft bzw. kaufen will.

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